Resonanzen

Jürgen Kisters, Kölner Stadtanzeiger am 7./8. Juni 2012 über die Ausstellung "KUNST nicht nur IN DOSEN". "Was leicht für bloße Kinderkunst gehalten wird, steht in einer direkten Beziehung zu Kunstformen, die seit Dadaismus und Surrealismus (...) mit Fundstücken die reale Welt inszenieren. Von Künstlern wie Kurt Schwitters oder H.A. Schult wurden ganz unterschiedliche Möglichkeiten entwickelt, bestehende Kulturgegenstände künstlerisch zu verwandeln und darüber unsere eingefahrenen Wahrnehmungen und Fantasien zu beflügeln. Ganz in dieser künstlerischen Tradition steht Klaus Heuser."



Portal Kunstgeschichte über das Buch "Ich fand Kunst Kunst doof und gemein". "Einige Beiträge bieten Einblicke in Werdegang und künstlerische Positionierung der Künstler (Bildhauer Klaus Heuser), geben die damaligen kulturellen und politischen Kontexte der 50er und 60er Jahre wieder (u.a. Dietmar Schneider und Walter Vitt) oder sind schlichtweg nur poetisch, wie Christoph Geisers Erinnerungen an die Betrachtung von Edward Muchs "Der Schrei".



Tanja Wessendorf, Kölner Stadtanzeiger am 16. Dezember 2010 über die Ausstellung "Kunst in Dosen" an dr Grundchule Zugeweg in Köln.

Ist das Kunst oder kann das weg?" Mit diesem Satz beschreibt der Kölner Künstler Klaus Heuser augenzwinkernd die Objekte, die er mit den Kindern der Klasse 2a der katholischen Grundschule Zugweg hergestellt hat. Es sind kleine Welten in leeren Konservendosen, die der Künstler und die Schüler gemeinsam gestaltet haben. Zum vollständigen Artikel.

 

Susanne Kreitz, Kölner Stadtanzeiger am 30. April 2009 über die Ausstellung "heuserkunst" im Museum für verwandte Kunst in Köln.

"Der will doch nur spielen", ist der erste Gedanke, steigt man die ausgetretene Holztreppe hinab ins Museum für verwandte Kunst. Es wimmelt von Lego-Steinen, Playmobil-Figuren, Papierschirmchen vom Eismann, Häuschen von der Modelleisenbahn - und einem ausgefallenen Sortiment knatsch-bunter Schuhe. Zum vollständigen Artikel.


Bernadette Scheuer, Kölnische Rundschau (Ausgabe Euskirchen-Eifelland) am 25. November 2008 über die Ausstellung „Bettgeschichten“ im Eifelmuseum Blankenheim (Auszug):

„Sei es das Spiel mit Farbe, das gleichsam wie eine Impression erlebter Träume auf der Leinwand erscheint, seien es Installationen, die Traumbilder abbilden oder auch mit Sprichwörtern zu Schlaf und Traum spielen. So etwa die Installation »Träume sind Schäume oder: Schneewittchen allein zu Haus« des Kölner Künstlers Klaus Heuser. In Einmachgläsern, die mit Bauschaum verschlossen sind und wie eingefroren wirken, hat er kleine Playmobil-Betten arrangiert. Doch nur in einem liegt eine weibliche Figur. Die sieben Zwerge, völlig rot bemalte Playmobil-Männchen, hängen an der Decke. »Das ist erst wenigen Besuchern aufgefallen«, sagt Heuser.“


Anne Ganteführer-Trier, Kunsthistorikerin, Eröffnungsrede zur Ausstellung „Ver-rückte Welten“ am 19. September 2008 in der Kunststation (Kapelle) der Rheinischen Klinik Mönchengladbach (Auszug):

„Schon der von Klaus Heuser gewählte Titel der Ausstellung »Ver-rückte Welten« verrät, dass die Sphären, in denen wir uns räumlich, visuell und zeitlich bewegen, komplex sind – bis hin zu den sprachlichen Findigkeiten der Bildtitel, die verwirrend und erläuternd zugleich sein können, und nicht zu vergessen, mit der für Klaus Heuser bekannten Ironie verknüpft sind. »Ver-rückte Welten« können die sein, die sich unseren Gewohnheiten entledigt haben und so zu neuen Sinnstiftungen führen. Räumliches Ver-rücken, etwas an den ungewohnten Orten aufzustellen, verstellen und in neuen Perspektiven erscheinen zu lassen, sind andere Denkmodelle, die sich hier eröffnen lassen. Verunsichert werden wir als Betrachter allemal.

Der Weg, den Klaus Heuser bei der Erstellung seiner Objekte beschreitet, ist nicht immer bis ins Detail geplant, vielmehr ist es auch ein von Witz, Ironie und Intellekt geprägter Prozess, dessen Zeugnisse wir heute betrachten können.“

Zur vollständigen Rede.


 

Inge Schnettler, Rheinische Post am 4. Oktober 2008 über die Ausstellung „Ver-rückte Welten“ in der Kunststation (Kapelle) der Rheinischen Kliniken Mönchengladbach (Auszug):
„Wundern Sie sich nicht, wenn Sie in dieser Ausstellung Menschen treffen, die nach Kräften und mehr oder weniger elegant bemüht sind, sich auf den Kopf zu stellen. Das sieht lustig aus, macht aber auf die Dauer auch schwindlig. Aber der Künstler Klaus Heuser provoziert dieses merkwürdige Verhalten geradezu. In seiner Ausstellung »Ver-rückte Welten« zeigt es etliche Arbeiten, die auf Schwarz-Weiß-Fotos aufgebaut sind. Aufnahmen, die er im alten Trakt der Klinik gemacht hat – etwa im Treppenhaus. Von oben hat er in die Tiefe geblickt, das Foto dann szenisch belebt. Irgend etwas irritiert, soll es auch. Die Arbeit heißt »Zeit ist Geld«. Kleine fleißige Plastik-Handwerker sind emsig mit Gott weiß was beschäftigt, eine Maschine aus Legosteinen steht völlig still, könnte aber möglicherweise jeden Moment losrattern, und – da tickt die Uhr. Das Foto zieht mächtig in die Tiefe, aber irgendwie mag das Auge nicht so recht glauben, was es sieht. Führen die Stufen nach oben oder nach untern? Drehen sie das Bild – meinetwegen im Geiste – auf den Kopf, dann ist die Welt wieder in Ordnung. Oder auch nicht?“


Eva-Maria Hermanns, Künstlerin und Kuratorin, Eröffnungsrede zur Ausstellung „Das Kind im Manne oder: als die Legosteine erwachsen wurden“ am 26. August 2007 im Eifelmuseum Blankenheim (Auszug):
„Aus Legosteinen, Spielzeug aus Kindertagen mit der ihr eigenen Geschichte, gesammelt, erbettelt von erwachsen gewordenen Kindern und aus Fotografie und Holz, dem »Handwerk« des Künstlers, beginnt ein von Witz, Ironie und Intellekt geprägter Prozess... Sie zaubern uns die Kindheit wieder her, für einen Augenblick, ans Spiel wird erinnert, wo die Zeit ausgedehnt und der Tag unbegrenzt war, wo die kleinen Dinge daran erinnern, wie groß, wie abenteuerlich die Welt einst war und – wie gefährdet. Mit der Vielschichtigkeit ironischer und optischer Assoziationen, in der es nicht Eindeutiges gibt, dem gewandten Springen zwischen ganz verschiedenen Wirklichkeiten und Zeiten, entsteht eine Idee vom Ordnen und Neuordnen der Welt, werden Sensibilität und Sinnlichkeit erweckt, um am Ende in ein vergnügliches Schmunzeln überzugehen.“


Bernadette Scheuer, Kölner Stadt-Anzeiger (Ausgabe Euskirchen-Eifelland) am 28. August 2007 zur Ausstellung „Das Kind im Manne oder: als die Legosteine erwachsen wurden“ im Eifelmuseum Blankenheim (Auszug):
„Heuser liebt es, die Doppeldeutigkeit in den Dingen zu betonen, altes in einen neuen Zusammenhang zu bringen, es zu karikieren. (...) Mal ist es nur ein Foto, wie das eines kleinen Plastik-LKW am Strand, das ihn zur Arbeit inspiriert. Die Legosteine scheinen aus dem Lkw heraus zu ragen und eine Verbindung mit der »Station« einzugehen, einem Gebilde aus Legosteinen, Rädern und Schläuchen. Dabei wechselt die Perspektive: Während der Betrachter direkt auf die Station blickt, schaut er gleichzeitig aus der Vogelperspektive auf den Lkw. »Der Betrachter hat den Eindruck, dass da doch etwas nicht stimmt und so setzt er sich selbst mit dem Bild auseinander«, zeigt Heuser ein Beispiel für diese Verwirrspiele.“


Gudrun Klinkhammer, Kölnische Rundschau (Ausgabe Eifelland) am 6. November 2006 über die Ausstellung „punkt, punkt, komma, strich .... das bin ich“ im Eifelmuseum Blankenheim, 2006 (Auszug):
„Der Besucher hat das Gefühl, viele neue Menschen kennenzulernen und alte Bekannte wieder zu treffen. »Den hab´ ich doch schon mal gesehen«, schießt es einem durch den Kopf, sieht man die Blechdosen von Klaus Heuser: Bereits bei der Ausstellung rund um den Gartenzwerg hatte der Kölner Künstler prägnante Werke beigesteuert.


Anne Ganteführer-Trier, Kunsthistorikerin, Eröffnungsrede zur Ausstellung „à capella“ in der Kunststation (Kapelle) der Rheinischen Klinik, Mönchengladbach 2004 (Auszug):
"Wenn Klaus Heuser »à capella« Objekte, Bilder und Installationen zeigt, so ist die vermeintliche Eindeutigkeit des Titelzusatzes genauso trügerisch wie das verbale Element seines Werkes, die Titel, wie auch die Zusammenstellung seiner Bild- und Objektebenen. (...) Das Arrangement seiner Arbeiten in einem Raum spielt dabei eine nicht unerhebliche Roll und ich muss gestehen, dass ich mich von der Vielschichtigkeit der räumlichen Setzungen manchmal überrumpelt fühle. Im positiven Sinne »überrumpelt«!“


Inge Schnettler, Rheinische Post am 21. Oktober 2004 über die Ausstellung „à capella“ in der Kunststation (Kapelle) der Rheinischen Klinik, Mönchengladbach 2004 (Auszug):
"Was ist das Besondere an diesen Arbeiten von Klaus Heuser? Sie erzählen Geschichten. Ja, aber mit offenem Ende. Oder mit mehreren Enden. Da macht das Hingucken Spaß, ist aber auch gleichzeitig ganz schön irritierend. Vielleicht ist es ja das, was der Kölner Künstler mit seinen Bildern und Installationen bezweckt. Aber er wird einen Teufel tun, uns das zu verraten.“


Anne Ganteführer-Trier, Kunsthistorikerin, Eröffnungsrede zur Ausstellung „Was haben Sie sich dabei gedacht, Herr Heuser?“ am 9 Januar 2004 in der Galerie Bossert, „holbein 10“, Köln (Auszug):
„»Die Welt aus der Konserve oder konservative Kunst« von 2003 ist eine Zusammenstellung von Konservendosen unterschiedlichster Innengestaltung, die über eine strukturelle Komposition auf der Wand zunächst Wertigkeiten, Gewichte, Tonalitäten – Noten gleich –, Inhaltsschwere oder -leichtigkeit vermittelt. Jeder „Klang auf der Wand“ vermittelt uns eine andere Wirklichkeit. Einem Panoptikum gleich müssen wir uns den Erlebniswelten nähern und jede für sich geht über das »in-der-Dose-gefangen-sein« weit hinaus. Das Innenleben der Dosen fokussiert vielmehr auf Erlebniswelten oder Mikrokosmen, die eine Nähe des Betrachters verlangen, eine Konzentration auf das kleine »runde« Geschehen, das uns kurzzeitig das übliche »Drumherum« gegessen lassen muss, sonst könnten wir es nicht erfahren. (...) Die Dosen visualisieren im Werk von Klaus Heuser am deutlichsten die Illusion von Raum und Tiefe: Spiegelungen und dadurch assoziierte Raumtiefen sowie integrierte Fundstücke ermöglichen immer wieder verbal erfassbare Erlebniswelten.“
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